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Gurkensalat mit Joghurt & Crème fraîche

Es gibt Gerichte, die einfach dazugehören, sobald der Sommer beginnt. Der Duft von Grillkohle liegt in der Luft, irgendwo zischt ein Steak, und auf dem Tisch steht fast unscheinbar, jedoch nicht unverzichtbar, eine Schüssel Gurkensalat. Er ist so selbstverständlich, dass man ihn leicht übersieht. Doch wer sich einmal genauer mit diesem Klassiker beschäftigt, entdeckt eine kleine kulinarische Sensation: Frische, Leichtigkeit, gesunde Inhaltsstoffe und überraschend viel Geschichte.

Ein Gurkensalat ist das, was man in der Mode „zeitlos elegant“ nennen würde. Keine komplizierten Zutaten, keine aufwendigen Zubereitungsschritte und trotzdem passt er zu fast allem. Ob zum Grillen, zu Bratkartoffeln, zu Fisch oder einfach pur als Snack: Seine Mischung aus Frische und Cremigkeit ist unschlagbar. Unser Rezept kombiniert die knackige Gurke mit einem cremigen Joghurt-Dressing, frischem Dill und einer feinen Säure durch Essig und Senf, eine Hommage an die klassische, norddeutsche Variante, die auf vielen Familientischen Tradition hat.

Die Gurke eine Frucht?

Wusstest du, dass die Gurke eigentlich kein Gemüse, sondern eine Frucht ist?
Denn Botanisch gehört sie wie Melonen und Kürbisse, zu den Beeren. Damit ist der Gurkensalat streng genommen ein Fruchtsalat. Nur dass er eben nicht süß, sondern erfrischend herb schmeckt. Die Gurke stammt ursprünglich aus Indien und wird dort seit über 3.000 Jahren kultiviert. Über Persien und das Osmanische Reich gelangte sie schließlich nach Europa und fand hier besonders in Mitteleuropa ein Zuhause.
Schon die alten Römer schätzten Gurken als Erfrischung an heißen Tagen, auch wenn ihre Version noch weit entfernt war von der knackigen, grünen Variante, die wir heute kennen.

Salzen nicht vergessen!

Ein entscheidender Schritt bei der Zubereitung ist das Salzen der Gurkenscheiben. Das Salz entzieht der Gurke Wasser. Nach etwa 30 Minuten verliert sie bis zu 10 % ihres Gewichts und wird dadurch knackiger im Biss, weil sich ihre Zellstruktur leicht verändert. Dieser Schritt sorgt außerdem dafür, dass der Salat später nicht verwässert. Wer ihn weglässt, riskiert, dass sich nach einer halben Stunde im Kühlschrank eine Pfütze am Schüsselboden bildet. Also: Geduld zahlt sich aus. 

Herzstück des Salats!

Das Herzstück des Salats ist das Dressing von diesem Gurkensalat. Der Joghurt bringt Frische und Leichtigkeit, während Crème fraîche für Fülle und Fette sorgt, die Geschmack geben und es den Körper überhaupt möglich machen, die Vitamine aufzunehmen. Der Essig bringt den nötigen Kick, Senf eine feine Note, und der Dill, dieser unterschätzte Klassiker der Kräuterküche, sorgt für das typische Aroma, das sofort Kindheitserinnerungen weckt. Wer es gern etwas leichter mag, kann statt Essig auch Zitronensaft verwenden, oder den Joghurt durch Buttermilch ersetzen, so wird der Salat noch leichter. Ein Spritzer Honig oder etwas Xucker (wie im Rezept) rundet die Säure ab und bringt Balance.

Zutaten mit Geschichte

Die Gurke

Ihre ursprüngliche Heimat wird im nördlichen Indien vermutet, an den Hängen des Himalajas soll die Gurke bereits vor mindestens 4.000 Jahren angebaut worden sein. Andere Quellen gehen allerdings davon aus, dass sie bereits viel früher in Südasien heimisch war und erst von Seefahrern mit nach Indien gebracht wurden. Die Gurke ist eine richtige Vitamin Bombe, schon eine halbe Salatgurke deckt circa 30% des Tagesbedarfs eines Erwachsenen an Vitamin K. Die Gurke besteht zu etwa 97% aus Wasser, das macht sie zu eines der Wasserreichsten Gemüse. Sie liefert Kalium, Kalzium und Magnesium, was sie zu einen gesunden Gemüse macht.

Dill 

Dill ist mehr als nur Dekoration. Dill enthält viele wichtige Mineralstoffe wie zum Beispiel: Eisen, Kalium und Kalzium. Schon die alten Ägypter verwendeten ihn als Heilpflanze gegen Magenbeschwerden. Im Mittelalter galt er als Schutzkraut gegen böse Geister, vielleicht, weil sein Duft so intensiv ist, dass er alles andere vertreibt. Kulinarisch ist er der beste Freund der Gurke: Beide stammen aus ähnlichen Klimazonen und teilen Aromen, die sich gegenseitig verstärken. Zudem wirkt Dill: Appetitsfördernd, Entkrampfend und Entzündungshemmend. 

Die Zwiebel

Die Zwiebel im Gurkensalat ist wie ein guter Nebencharakter in einem Film, sie sorgt für Würze und eine leichte Schärfe. Die Zwiebel ist eine uralte Nutz- und Heilpflanze, sie zählt zu den ältesten Kulturpflanzen der Menschheit und würde sogar in der Bibel schon erwähnt. In China soll sie schon vor mehr als 5.000 Jahren angebaut worden sein. Zwiebeln sind Entzündungshemmend, Nährstoffreich und sie fördern unsere Verdauung. Kleiner Tipp: Wenn Dir Zwiebeln zu scharf sind, kannst du sie kurz mit heißem Wasser übergießen oder leicht anschwitzen, das mildert ihre Schärfe, ohne das Aroma verloren geht.

Crème fraîche

Die Crème fraîche bringt nicht nur den Geschmack in den Salat, sie macht das Dressing schön Cremig, und liefert ganz nebenbei noch eine gute Portion Proteine, die wichtig sind für die Entstehung – und Erhaltung von Muskeln. Zudem beinhaltet die Creme gesunde Fette, die Energie liefern und die Zellfunktionen unterstützen.
Das Fett macht es den Körper überhaupt erst möglich, die Nahrung richtig aufzunehmen und zu verarbeiten.

Gesund und kalorienarm

Wie wir bereits Wissen bestehen Gurken zu 97 % aus Wasser und sind damit ein echtes Hydrationswunder. Außer Vitamine, Kalium, Magnesium liefern sie auch eine Menge sekundärer Pflanzenstoffe, die antioxidativ wirken. Außerdem sind sie basisch, sie helfen also, den Säure-Basen-Haushalt im Körper auszugleichen.
In Kombination mit Joghurt oder Crème fraîche wird der Salat zur perfekten Zwischenmahlzeit: leicht, aber sättigend. Ein echter Sommerheld, wenn man so will.

🌿 Vitamine und Mineralstoffe

Hinter der unscheinbaren grünen Schale steckt eine ganze Palette an Mikronährstoffen. Gurken enthalten:

  • Vitamin K, wichtig für gesunde Knochen und Blutgerinnung,

  • Vitamin C, das das Immunsystem stärkt,

  • Kalium, das entwässernd wirkt und den Blutdruck regulieren kann,

  • Magnesium und Silizium, die Haut und Haare stärken.

Außerdem ist Gurkensalat basisch und hilft, überschüssige Säure im Körper auszugleichen, ein Plus für alle, die sich ausgewogen ernähren wollen. Seine Kombination aus Wasser, Ballaststoffen und milden Milchsäurebakterien aus Joghurt oder Crème fraîche fördert zudem die Verdauung und ist ausgesprochen magenschonend. Kein Wunder, dass Gurken seit Jahrhunderten in der Naturheilkunde als inneres Kühlmittel gelten.

Durch den hohen Wasser und Kaliumgehalt unterstützen Gurken zudem die Ausscheidung von Giftstoffen über die Nieren. Das macht Gurkensalat zu einem super Detox-Gericht. Wer regelmäßig Gurken isst, profitiert von ihrer entwässernden Wirkung, ohne dem Körper wichtige Mineralien zu entziehen. Schon Kleopatra soll Gurkensaft für ihre Schönheitspflege verwendet haben und tatsächlich: Das Gemüse enthält Antioxidantien, die die Haut vor freien Radikalen schützen. Ein regelmäßiger Gurkensalat kann also helfen, die Haut frisch und elastisch zu halten. Schönheitspflege von innen, ganz ohne Filter.

Ein paar interessante Fakten für die nächste Grillsession

  • Die Gurke ist die meistangebaute Gemüsepflanze der Welt, sogar noch vor Tomaten.

  • In Japan gibt es eine Tradition, Gurken auf Festivals zu verehren, denn dort gelten sie als Symbol für Fruchtbarkeit und Reinheit.

  • In Deutschland isst man pro Jahr rund 7 Kilogramm Gurken pro Person.

  • Gurken enthalten kleine Mengen des Bitterstoffs Cucurbitacin, der in Wildformen stärker vorhanden war, ein natürlicher Schutz gegen Fressfeinde.

  • Und ja: Die englische Redewendung “cool as a cucumber” (so cool wie eine Gurke) gibt es wirklich – sie bezieht sich auf die Tatsache, dass Gurken im Inneren bis zu sechs Grad kühler sind als ihre Umgebung.

Wie lagert man Gurken richtig?

Gurken sind erstaunlich empfindlich, obwohl sie so robust wirken. Ihre Schale glänzt kühl, ihr Inneres ist saftig, doch sie kann schnell verderben. Wer Gurken falsch lagert, merkt das schnell. Sie werden weich, glasig und verlieren ihr Aroma. Dabei ist es ganz einfach, sie länger frisch zu halten, wenn man ihre Eigenheiten kennt. Der größte Fehler ist, Gurken in den Kühlschrank zu legen. Klingt paradox, schließlich denkt man bei Gurken sofort an Kälte. Aber Temperaturen unter 10 °C lassen sie schneller verderben, weil sie aus tropischen Regionen stammen und keine Kälte mögen.
Bei zu niedrigen Temperaturen bilden sich wässrige Flecken, die Haut verliert ihre Spannung, und das Fruchtfleisch wird glasig. Ideal ist eine Lagerung bei 12 bis 15 °C  also etwas kühler als Zimmertemperatur, aber deutlich wärmer als im Kühlschrank.

Am besten fühlen sich Gurken im Gemüsefach des Kühlschranks (wenn es nicht zu kalt eingestellt ist) oder in einem kühlen Vorratsraum. Wichtig ist, dass sie nicht direkt neben Äpfeln, Bananen oder Tomaten liegen, denn diese geben Ethylen ab, ein Reife – Gas, das Gurken schneller altern lässt. Wer viele frische Produkte lagert, kann Gurken einfach separat in ein Tuch wickeln.

Gurken lieben eine hohe Luftfeuchtigkeit. Zu trockene Luft entzieht ihnen Wasser, und sie werden runzelig. Ein Trick aus der Profiküche: Gurken leicht in ein feuchtes Baumwolltuch wickeln. Das hält sie bis zu vier Tage knackig. Wenn du sie bereits angeschnitten hast, die Schnittstelle einfach mit etwas Frischhaltefolie abdecken oder in eine luftdichte Dose geben, so bleibt das Aroma erhalten.

Fazit: Ein Salat, der mehr kann, als man ihm zutraut

Gurkensalat ist ein Stück kulinarische Ehrlichkeit. Kein Luxusgericht, kein Food-Trend und vielleicht gerade deshalb zeitlos. Er erinnert uns daran, dass gutes Essen keine 20 Zutaten braucht, sondern nur Aufmerksamkeit und Balance. Er ist gesund, vielseitig, erfrischend und bodenständig, der Inbegriff des „einfach gut“. Vielleicht ist das sein Geheimnis: Er ist immer da, wenn man ihn braucht, ohne sich in den Vordergrund zu drängen. Und wer genau hin schmeckt, merkt: In jeder Scheibe Gurke steckt ein Stück Sommer. Oder, um es ganz schlicht zu sagen: Bleib cool – iss Gurkensalat.

Für diesen Gurkensalat brauchst Du:


1 Salatgurke
4 EL Joghurt
4 EL Crème fraîche  Kräuter
1 EL Essig
1 TL Senf
1 TL Zucker oder Erythrit
1 Zwiebel
25 g frischen Dill
etwas Pfeffer
1 Prise Salz

Zubereitung

Zwiebel schälen und in feine Würfel schneiden. Gurken waschen und in dünne Scheiben schneiden. Gurkenscheiben in ein Sieb geben, mit ca. 1 TL Salz vermengen und ca. 30 Min. ziehen lassen.

In der Zwischenzeit den Joghurt, Crème fraîche, Senf, Essig, Zwiebel und Erythrit in einer Schüssel vermengen und mit Salz und Pfeffer abschmecken. Den Dill abzupfen und fein hacken.

Gurkenscheiben ausdrücken und zum Dressing geben. Dill unterheben und mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Gurkensalat mit Joghurt & Crème fraîche

5 von 1 Bewertung
Vorbereitungszeit 40 Minuten
Zubereitungszeit 8 Minuten
Gesamtzeit 47 Minuten
Portionen: 3 Personen
Gericht: Beilage, Lowcarb, Salat

Zutaten
  

  • 1 Salatgurke
  • 2 EL Joghurt
  • 1 EL Crème fraîche
  • 1 EL Essig
  • 2 EL Rapsöl
  • 1 Prise Salz
  • 1 TL Senf
  • 1 TL Zucker oder Erythrit
  • 1 Zwiebel
  • 15 g frischen Dill
  • etwas Pfeffer nach Geschmack

Zubereitung
 

  1. 1. Zwiebel schälen und in feine Würfel schneiden. Gurken waschen und in dünne Scheiben schneiden. Gurkenscheiben in ein Sieb geben, mit ca. 1 TL Salz vermengen und ca. 30 Min. ziehen lassen.
  2. 2. In der Zwischenzeit den Joghurt, Gurkenscheiben ausdrücken und zum Dressing geben. Dill unterheben und mit Salz und Pfeffer abschmecken, Senf, Essig, Zwiebel und Zucker in einer Schüssel vermengen und mit Salz und Pfeffer abschmecken. Den Dill abzupfen und fein hacken.
  3. 3. Gurkenscheiben ausdrücken und zum Dressing geben. Dill unterheben und mit Salz und Pfeffer abschmecken.

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Sven
Sven
3 Monate zuvor

5 Sterne
Ein tolles Rezept! Sehr lecker

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